Die VDE arbeitet an einer Neuauflage der Anwendungsregel VDE-AR-N 4100, die voraussichtlich 2026 in Kraft trritt. Hager gehört zu den ersten Herstellern, die ihre Produktlinien bereits jetzt auf die geänderten Anforderungen vorbereiten. Die Norm regelt technische Anforderungen für den Anschluss an das Niederspannungsnetz und hat damit direkten Einfluss auf Planung und Ausführung von Elektroinstallationen.
Die VDE-AR-N 4100:2026 ersetzt die derzeit gültige Fassung aus dem Jahr 2019. Zu den wichtigsten Änderungen zählen verschärfte Anforderungen an Netzanschlüsse, insbesondere im Hinblick auf die Integration dezentraler Erzeugungsanlagen und Ladeinfrastruktur. Hersteller müssen ihre Produkte entsprechend anpassen, um die Konformität sicherzustellen.
Hager hat nach eigenen Angaben bereits Produktanpassungen eingeleitet. Betroffen sind vor allem Komponenten für Hausanschlüsse, Zählerschränke und Verteileranlagen. Die Hager Group setzt dabei auf eine frühzeitige Normkonformität, um Elektroinstallateuren Planungssicherheit zu geben. Welche konkreten Produktlinien angepasst werden, gab das Unternehmen noch nicht bekannt.
Für Elektroinstallateure bedeutet die neue Norm eine Anpassung bei der Planung von Neuanlagen ab 2026. Besonders bei Projekten mit Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern oder Wallboxen sind die aktualisierten Vorgaben zu beachten. Die Norm soll sicherstellen, dass die steigende Anzahl dezentraler Einspeiser nicht zur Überlastung lokaler Netzabschnitte führt.
Die Elektroindustrie beobachtet die Normänderung aufmerksam. Neben Hager dürften weitere Hersteller in den kommenden Monaten ihre Produktstrategien bekanntgeben. Die Hager Group hatte erst kürzlich ein neues Prüflabor eröffnet, in dem auch Normkonformität getestet wird.
Unklar ist noch, ob die VDE-AR-N 4100:2026 bereits vor ihrem offiziellen Inkrafttreten als Planungsgrundlage herangezogen werden kann. Üblicherweise veröffentlicht der VDE Entwürfe zur Kommentierung, bevor die finale Fassung erscheint. Für Elektrofachbetriebe empfiehlt sich eine Beobachtung der Normungsarbeit, um rechtzeitig auf geänderte Anforderungen reagieren zu können.


